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Runkel
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Runkel ist eine Stadt im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.
Contents
⢠Geographie
⢠Nachbargemeinden
⢠Stadtgliederung
⢠Geschichte
⢠Ortsgeschichte
⢠BevÜlkerung
⢠Politik
⢠Bßrgermeister
⢠Hoheitssymbole
⢠Bauwerke
⢠Verkehr
⢠Bildung
⢠Kultur
⢠Literatur
⢠Weblinks
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Geographie
Geographische Lage
Runkel liegt im Lahntal auf beiden Seiten des Flusses zwischen Westerwald und Taunus, im Osten des Limburger Beckens, rund acht Kilometer Ăśstlich von der Kreisstadt Limburg. Der grĂśĂte Teil des bebauten Stadtgebiets sowie die Altstadt liegen linkslahnisch innerhalb einer nach Norden ausgestĂźlpten Flussbiegung. Die rechtslahnischen, nĂśrdlichen Stadtteile sind seit dem 19. Jahrhundert entstanden. Im Nordosten ist die Wohnbebauung mit der des Nachbarstadtteils Schadeck verschmolzen. Weiter westlich werden die beiden Orte von einem Steilhang getrennt. Im Westen schlieĂt sich das Industriegebiet Kerkerbach an, das wiederum unmittelbar an ein Neubaugebiet des Stadtteils Steeden Ăźbergeht. Hier flieĂen die beiden Bäche Kerkerbach und Tiefenbach der Lahn zu. Im 20. Jahrhundert ist die Stadt insbesondere nach Nordosten und Osten gewachsen.
Die Gemarkung der Kernstadt besteht aus zwei nicht miteinander verbundenen Teilen. Der grĂśĂere, in dem das bebaute Stadtgebiet liegt, bildet einen breiten Ausläufer nach Osten und ragt mit einem dĂźnnen Steg beidseitig der Lahn nach Westen. Im Westen grenzt die Gemarkung an Ennerich, im Nordwesten an Steeden, im Norden und Nordosten an Schadeck, allesamt Stadtteile. Im SĂźdosten und SĂźden schlieĂt sich die Kerngemeinde von Villmar an, im SĂźdwesten der Limburger Stadtteil Lindenholzhausen. Der zweite Teil der Gemarkung umfasst ein groĂes, geschlossenes Waldgebiet, streckt sich in SĂźdwest-Nordost-Richtung und befindet sich einige Kilometer nordĂśstlich der Stadt. Er grenzt im Uhrzeigersinn von Westen an Eschenau, Hofen, Schadeck und Arfurt, im SĂźdosten an den Villmarer Ortsteil Seelbach, im Nordosten an den Runkeler Stadtteil Wirbelau und im Norden an den Beselicher Ortsteil Schupbach.
Der Stadtkern liegt unmittelbar am Lahnufer sowie an den steilen Hängen nĂśrdlich und sĂźdlich des Flusses. Der grĂśĂte Teil der Gemarkung erstreckt sich Ăźber die Ebene sĂźdlich der Lahn zwischen 160 und 180 Metern HĂśhe. Der tiefste Punkt am Lahnufer liegt bei rund 110 Metern HĂśhe. Der hĂśchste Punkt des abgetrennten Gemarkungsteils im Nordosten liegt bei rund 255 Metern. Die Fläche des sĂźdlichen Gemarkungsteils besteht hauptsächlich aus landwirtschaftlich genutzter Fläche, dazu die bewaldeten Auen der Lahn und einiger Seitenbäche. Dazu kommt der mit BĂźschen bewachsene Steilhang zwischen Runkel und Schadeck. Der abgetrennte Gemarkungsteil im Nordosten ist fast vollständig von Mischwald bewachsen.
Nachbargemeinden
Stadtgliederung
Die Stadt besteht aus neun Stadtteilen.
| Stadtteil | Ew. 1910 | Ew. 1961 | Ew. 1970 | Ew. 2005 | Ew. 2008 | Ew. 2021 [ 2 ] | Tag der Eingemeindung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Arfurt | 650 | 911 | 858 | 939 | 915 | 834 | 31. Dezember 1970 |
| Dehrn | 1061 | 1871 | 1928 | 2295 | 2307 | 2204 | 0 1. Juli 1974 |
| Ennerich | 317 | 445 | 538 | 865 | 852 | 813 | 0 1. Dezember 1970 |
| Eschenau | 214 | 285 | 265 | 320 | 273 | 271 | 31. Dezember 1970 |
| Hofen | 292 | 373 | 392 | 435 | 440 | 414 | 31. Dezember 1970 |
| Runkel | 1109 | 1687 | 1782 | 1655 | 1671 | 1769 | â |
| Schadeck | 502 | 650 | 715 | 1112 | 1079 | 1073 | 0 1. Dezember 1970 |
| Steeden | 696 | 1223 | 1352 | 1550 | 1526 | 1368 | 0 1. Dezember 1970 |
| Wirbelau | 516 | 615 | 669 | 803 | 803 | 788 | 31. Dezember 1970 |
Geschichte
Ortsgeschichte
Ein bei Runkel entdecktes Reihengräberfeld deutet auf eine in der Merowingerzeit bestehende Besiedlung hin. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte im Jahr 1159 in einer Belehnungsurkunde, in der ein Edelherr Siegfried von Runkel als Zeuge auftritt. Vermutlich war dieser Siegfried der Erbauer der Burg Runkel. Spätestens im Jahr 1230 besaà die Burg eine Kapelle, die damit der erste Runkeler Kirchenbau war. Im Jahr 1288 wurden die Herrschaften Runkel und Westerburg nach jahrelangem Familienstreit getrennt. Das heute noch bestehende Lahnwehr wurde im 11. oder 12. Jahrhundert zum Betreiben einer Mßhle angelegt. 1440 begann der Bau der Lahnbrßcke, der wegen Auseinandersetzungen zwischen der Runkeler und der Westerburger Linie bis 1448 dauerte.
Im Jahr 1543 beherbergte die Burg Runkel Philipp Melanchthon als Gast des Grafen Johann IV. von Wied. 1568 wurde die Reformation eingefĂźhrt. 1622 kam es zu einer erneuten Familienspaltung, als Graf Hermann II. zu Wied seinen jĂźngeren Bruder Philipp Ludwig aus der Herrschaft und von der Burg Runkel vertrieb. Im Jahr 1634 wurden Stadt und Burg im DreiĂigjährigen Krieg von Truppen des Grafen Isolani weitgehend zerstĂśrt. 1649 folgte der Wiederaufbau der Wohngebäude der Burg als Schlossanlage. Die ersten Anordnungen der VerhĂźtung eines Brandes im Zusammenhang mit häuslichen Feuerstätten in Textform im KurfĂźrstentum Trier vom 9. Mai 1721 fĂźhrten auch im heutigen Stadtteil Arfurt zu erheblichen Verbesserungen der Bauweise der Gebäude.cite-ref-3[3] 1791 erhielt Friedrich Ludwig, der Letzte der Linie Wied-Runkel, die FĂźrstenwĂźrde. Im Juni 1796 kam es in Runkel zu StraĂenkämpfen, als Truppen des Landgrafen von Hessen-Darmstadt Besatzungssoldaten des revolutionären Frankreichs aus der Stadt vertrieben.
Im Jahr 1806 fiel der rechtslahnische Teil der Herrschaft Runkel, und damit auch der rechtslahnische Teil der Stadt Runkel, an das von Napoleon errichtete GroĂherzogtum Berg. Nach dem Wiener Kongress kam das Amt Runkel an das Herzogtum Nassau. 1824 erlosch mit dem Tod von FĂźrst Friedrich Ludwig die Wied-Runkelsche Linie. Damit fielen Herrschaft und Stadt Runkel an Wied-Neuwied.
Weinbau ist in Runkel ab 1270 nachgewiesen. Im Jahr 1929 wurde der Anbau wegen des Befalls durch die Reblaus und eines kalten Winters aufgegeben. Zuletzt umfasste die Anbaufläche 35 Hektar. 1860 wurde die erste Runkeler Sparkasse unter dem Namen âVorschuss-Vereinâ gegrĂźndet. Seit 1914 gibt es eine zentrale Wasserversorgung im Stadtgebiet.
Bergbau war spätestens ab dem 18. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftsfaktor; die Grube Georg-Joseph bei Wirbelau war 160 Jahre lang eine der grĂśĂten Erzgruben im Lahngebiet.
Die Katholiken der Stadt Runkel pilgern seit vielen Jahrzehnten zur Wallfahrtskapelle Maria Hilf in Beselich und geben dort ihren Glauben kund.cite-ref-4[4]
Gebietsreform in Hessen (1970â1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbstständigen Gemeinden Steeden, Ennerich und Schadeck am 1. Dezember 1970cite-ref-5[5] und Arfurt, Eschenau, Hofen und Wirbelau am 31. Dezember 1970cite-ref-6[6] mit der Stadt Runkel. Die diesbezĂźgliche offizielle Urkunde des Landes Hessen Ăźbergab Landrat Alfred Schneider im âRoten Salonâ des Hotels âLordâ in Weilburg.cite-ref-7[7] Die Gemeinde Dehrn wurde am 1. Juli 1974 durch Landesgesetz eingemeindet.cite-ref-8[8]cite-ref-9[9] FĂźr die eingegliederten Gemeinden sowie fĂźr die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.cite-ref-10[10]
Der am frßhesten erwähnte heutige Stadtteil ist Ennerich; er ist in einer Urkunde von 790 verbßrgt.
Verwaltungsgeschichte im Ăberblick
⢠vor 1806: Heiliges RÜmisches Reich, Grafschaft (seit 1791 Fßrstentum) zu Wied-Runkel, Amt oder Herrschaft Runkel
⢠1806â1813: GroĂherzogtum Berg, DĂŠpartement Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Runkel (ab 1811 Kanton Hadamar)
⢠1813â1815: FĂźrstentum Oranien-Nassau, Amt Runkel
⢠ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Runkel
⢠ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Limburg
⢠ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Runkel
⢠ab 1871: Deutsches Reich, KĂśnigreich PreuĂen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
⢠ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat PreuĂen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
⢠ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat PreuĂen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis
⢠ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, GroĂ-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
⢠ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
⢠ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
⢠ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis
⢠ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg
⢠ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk GieĂen, Landkreis Limburg-Weilburg
BevĂślkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Runkel 9691 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1779 Einwohner unter 18 Jahren, 3990 zwischen 18 und 49, 2091 zwischen 50 und 64 und 1830 Einwohner waren älter.cite-ref-z2011e-13-0[13] Unter den Einwohnern waren 518 (5,3 %) Ausländer, von denen 148 aus dem EU-Ausland, 281 aus anderen europäischen Ländern und 90 aus anderen Staaten kamen.cite-ref-z2011a-14-0[14] (Bis zum Jahr 2020 erhĂśhte sich die Ausländerquote auf 7,9 %.cite-ref-hstat-15-0[15]) Die Einwohner lebten in 4017 Haushalten. Davon waren 1092 Singlehaushalte, 1227 Paare ohne Kinder und 1320 Paare mit Kindern, sowie 309 Alleinerziehende und 69 Wohngemeinschaften. In 765 Haushalten lebten ausschlieĂlich Senioren und in 2736 Haushaltungen lebten keine Senioren.cite-ref-z2011e-13-1[13]
Einwohnerentwicklung
Historische ReligionszugehĂśrigkeit
Politik
Stadtverordnetenversammlung
| | Parteien und Wählergemeinschaften | Parteien und Wählergemeinschaften | 2021 | 2021 | 2016 | 2016 | 2011 | 2011 | 2006 | 2006 | 2001 | 2001 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Parteien und Wählergemeinschaften | Parteien und Wählergemeinschaften | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze |
| | CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 34,9 | 11 | 33,3 | 10 | 34,8 | 11 | 42,4 | 13 | 42,5 | 13 |
| | SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 28,6 | 9 | 41,7 | 13 | 42,2 | 13 | 44,7 | 14 | 38,9 | 12 |
| | BL | BĂźrgerliste Runkel | 24,2 | 7 | 20,8 | 7 | 17,6 | 5 | 12,9 | 4 | 14,2 | 5 |
| | GrĂźne | BĂźndnis 90/Die GrĂźnen | 12,3 | 4 | 4,2 | 1 | 5,1 | 2 | â | â | 4,4 | 1 |
| | Linke | Die Linke | â | â | â | â | 0,3 | 0 | â | â | â | â |
| | Gesamt | Gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 |
| | Wahlbeteiligung in % | Wahlbeteiligung in % | 54,3 | 54,3 | 53,1 | 53,1 | 49,3 | 49,3 | 45,1 | 45,1 | 55,8 | 55,8 |
BĂźrgermeister
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bßrgermeister fßr eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Runkel neben dem Bßrgermeister ehrenamtlich der Erste Stadtrat und neun weitere Stadträte angehÜren.cite-ref-23[23] Bßrgermeisterin ist seit dem 1. September 2025 die parteiunabhängige Antje Hachmann, die seit Mai 2025 Verwaltungsleiterin der Stadtverwaltung war.cite-ref-ah-24-0[24] Sie wurde als Nachfolgerin von Michel Kremer, der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte,cite-ref-mk-25-0[25] am 11. Mai 2025 im ersten Wahlgang bei 56,1 Prozent Wahlbeteiligung mit 67,6 Prozent der Stimmen gewählt.cite-ref-26[26]
Amtszeiten der BĂźrgermeistercite-ref-27[27]
⢠2025â2031 Antje Hachmanncite-ref-ah-24-1[24]
⢠2019â2025 Michel Kremercite-ref-mk-25-1[25]
⢠2007â2019 Friedhelm Bender (SPD) (* 1955)cite-ref-rompel-28-0[28]
⢠1995â2007 Hans-JĂźrgen Heil (CDU)cite-ref-rompel-28-1[28]
⢠1945â1948 Rudolf Amendcite-ref-rompel-28-4[28]
⢠1943â1945 Karl Gerhardcite-ref-rompel-28-5[28]
⢠1940â1943 Albert Schäfercite-ref-rompel-28-6[28]
⢠1924â1940 Wilhelm MĂźllercite-ref-rompel-28-7[28]
⢠1916â1924 Karl Reymanncite-ref-rompel-28-8[28]
⢠1903â1916 Wilhelm Jakob GroĂcite-ref-rompel-28-9[28]
⢠1899â1902 Friedrich Buchsiebcite-ref-rompel-28-10[28]
⢠1885â1898 Jakob Hardtcite-ref-rompel-28-11[28]
⢠1882â1884 Heinrich Bierbrauercite-ref-rompel-28-12[28]
⢠1870â1881 Carl Neubercite-ref-rompel-28-13[28]
⢠1867â1870 Heinrich Ebelcite-ref-rompel-28-14[28]
Hoheitssymbole
Ortsvorsteher der Kernstadt
Seit den Kommunalwahlen in Hessen 2021 ist RenĂŠ Langrock (SPD) Ortsvorsteher des Stadtteils Runkel.cite-ref-31[31]
Bauwerke
Siehe auch
:
Liste der Kulturdenkmäler in Runkel
⢠Die Ruine der Burg Runkel aus dem 12. Jahrhundert, im 14. Jh. erweitert, im Jahr 1634 zerstÜrt. Heute ist sie im Besitz der Familie Metfried Prinz zu Wied.
⢠Die Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jh.
⢠Die steinerne Lahnbrßcke aus dem 15. Jh.
⢠Die Burg Schadeck aus dem 13. Jh.
⢠Die Bannmßhle wurde im Jahr 1270 von Runkel und Schadeck gemeinsam flussauf vor der Stadtmauer errichtet. Seit 1800 befindet sie sich in Privatbesitz, seit 1972 wird sie nicht mehr als Mßhle, sondern mit einer Turbine zur Stromerzeugung betrieben.
⢠Der ehemalige Wachturm der Stadtmauer trägt heute die Glocken der evangelischen Kirche. Er wurde 1634 und 1700 durch Brände zerstÜrt. die erste Glocke wurde 1725 aufgehängt, die jßngste 1986.
⢠Das Gebäude der Kirchspielschule, der ersten Runkeler Schule, stammt aus dem Jahr 1543.
⢠Das ehemalige Pfarrhaus wurde 1664 erbaut, ging später in Privatbesitz ßber und war während des Zweiten Weltkrieges Rathaus.
⢠Die evangelische Kirche wurde 1641 an der Stelle des im Jahr 1511 erbauten und 1634 abgebrannten Vorgängerbaus errichtet.
⢠Ab 1802 wurde an einem Witwensitz fßr die Mutter von Fßrst Christian Ludwig gebaut. Als sie im folgenden Jahr starb, war lediglich das Kellergeschoss fertiggestellt. Die Bauarbeiten ruhten, bis die Stadt das Grundstßck kaufte und von 1821 bis 1825 dort ein neues Schulgebäude errichtete, in dem anfangs auch ein Teil der Gemeindeverwaltung sowie ein Wachraum untergebracht waren.
⢠Der Burgmannen-Sitz der Freiherren Schßtz von Holzhausen wurde 1424 erstmals erwähnt. Im Jahr 1651 wurde das Gebäude modernisiert. Ab 1718 war es im Besitz der Grafen von Wied und diente bis 1811 als Dienstwohnung von deren Kanzlei-Vorstehern.
⢠Die heutige Amtsapotheke wurde 1681 als Wohnung fßr einen Amtmann errichtet. 1818 kam das Sichtfachwerkgebäude in den Besitz des Apothekers.
⢠Das Haus der alten Lateinschule stammt aus dem Jahr 1711. Nach 1800 war es Rathaus und bis 1818 Hof-Apotheke. Später befand sich dort das Gasthaus Zur Traube.
⢠Das Rathaus der Stadt steht auf dem GrundstĂźck des ehemaligen fĂźrstlichen Orangengartens. Von 1883 bis 1887 wurde der Bau von der preuĂischen Provinzverwaltung als Amtsgericht erbaut. Das Rathaus befindet sich dort seit 1966.
⢠Das vorherige Gebäude des Amtsgerichts beherbergte kurz nach 1900 eine Brauerei und das Gasthaus Zum Adler.
⢠Der Brunnen an der LahnuferstraĂe wurde restauriert und besteht aus einer sehr seltenen, heute nicht mehr abgebauten Sorte von Lahnmarmor.
⢠Der ehemalige fĂźrstliche Viehhof mit Zehntscheune steht am Schlossplatz. Er wurde nach der VerwĂźstung der Stadt im DreiĂigjährigen Krieg erbaut und im 19. Jahrhundert erweitert. Heute befindet sich dort das Vereinshaus.
⢠Das alte Rathaus steht am Ort des einstigen Amtshauses, das Graf Wilhelm IV. von Runkel-Wied im Jahr 1596 erbauen lieĂ und später seinem Hofarzt Ersfeld ĂźberlieĂ. Ersfeld lieĂ das Gebäude nach dem Stadtbrand 1634 neu errichten, ebenso sein Sohn, der ihm nach einem weiteren Brand im Jahr 1691 im Amt nachfolgte. Von 1787 bis 1965 war es das Rathaus der Stadt. Heute befindet es sich in Privatbesitz.
⢠Die Alte Färberei (frßher Haus Wagner) steht direkt am Lahnufer zwischen der steinernen Lahnbrßcke aus dem 15. Jh. und dem sogenannten BÜrnchen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Runkel hat einen Haltepunkt an der Lahntalbahn, an dem nur Regionalbahn-ZĂźge halten. Das Gleiche gilt fĂźr den zu Runkel gehĂśrenden Bahnhof Kerkerbach (mit Anschlussgleis zum Steedener Kalkwerk) und den Haltepunkt Arfurt. Die Stadt Runkel liegt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Die im Jahr 2009 mit Mitteln des Bundes und des Landes Hessen erfolgte Erneuerung der ehemaligen Kerkerbachbahn-Strecke nach Steeden ermĂśglicht umfangreiche Kalktransporte Ăźber die Schiene. Das Gewerbegebiet Kerkerbach kann bei Bedarf ebenfalls wieder fĂźr GĂźterverladungen auf der Schiene erreicht werden.
Folgende LandesstraĂen queren die Stadt Runkel: L 3020 Limburg â Weilburg, L 3022 HĂźnfelden (Kirberg) â Waldbrunn (Hausen), L 3063 Dehrn â Usingen.
Runkel liegt am Lahntalradweg, der von der Lahnquelle im Siegerland bis zur MĂźndung in den Rhein verläuft. Zwischen GieĂen und Limburg ist der Verlauf identisch mit dem Hessischen Radfernweg R 7. Im Jahr 2009 wurde der Lahntalradweg zum zweiten Mal vom mit vier von fĂźnf mĂśglichen Sternen vom ADFC als Qualitätsroute ausgezeichnet.
Die Lahn ist BundeswasserstraĂe vom Badenburger Wehr bei GieĂen (Lahn-km â11,075) bis zur MĂźndung bei Lahn-km 137,300. Die 1842 fertiggestellte Schleuse Runkel ĂźberbrĂźckt einen HĂśhenunterschied von 1,24 m und muss von den Nutzern selbst bedient werden. Ab dem Hafen Dehrn (Lahn-km 70,0) beginnt die voll staugeregelte Strecke bis zur MĂźndung bei Lahnstein.
Bildung
In Runkel befindet sich die Johann-Christian-Senckenberg-Schule. Dieses ist eine Grundschule mit Eingangsstufe und Integrierte Gesamtschule. Sie wurde nach dem deutschen Arzt und Stifter Johann Christian Senckenberg benannt. Auf Vorschlag von SchĂźlerinnen und SchĂźlern der Schule wurde am 17. November 2020 ein Asteroid nach Runkel benannt: (501132) Runkel.cite-ref-32[32]
Kultur
Seit 2023 findet in der Stadthalle Runkel zwischen Weihnachten und Silvester das No-Sleep-After-X-Mas Festival statt. Bei dem Festival treten internationale Bands aus den Genres Power Metal, Folk Metal/Pagan Metal, MeloDeath und Symphonic Metal auf.cite-ref-33[33]
Ăffentliche Einrichtungen
⢠evangelische Kindertagesstätte âPusteblumeâ Runkel
⢠katholischer Kindergarten âSt. Michaelâ Arfurt
⢠katholischer Kindergarten âSt. Nikolausâ Dehrn
⢠Kindergarten âRegenbogenlandâ Ennerich
⢠Kindertagesstätte âKonfettiâ Steeden
⢠Kindergarten âWirbelwindâ Wirbelau
⢠Freiwillige Feuerwehr Runkel, gegr. 1925 (seit 1. Mai 1981 mit Jugendfeuerwehr)
⢠Freiwillige Feuerwehr Arfurt, gegr. 1901 (seit 1. März 1999 mit Jugendfeuerwehr)
⢠Freiwillige Feuerwehr Dehrn, gegr. 1898 (seit 1. Januar 1969 mit Jugendfeuerwehr und seit 2008 mit Blasorchester)
⢠Freiwillige Feuerwehr Ennerich, gegr. 1934 (seit 3. August 1984 mit Jugendfeuerwehr)
⢠Freiwillige Feuerwehr Eschenau, gegr. 1934 (seit 12. Mai 2001 mit Jugendfeuerwehr)
⢠Freiwillige Feuerwehr Hofen, gegr. 1934 (seit 13. August 1992 mit Jugendfeuerwehr)
⢠Freiwillige Feuerwehr Schadeck, gegr. 1933 (seit 26. Juni 1993 mit Jugendfeuerwehr)
⢠Freiwillige Feuerwehr Steeden, gegr. 1934 (seit 29. November 1975 mit Jugendfeuerwehr)
⢠Freiwillige Feuerwehr Wirbelau, gegr. 1934 (seit 9. Januar 1981 mit Jugendfeuerwehr)
Die Ăśffentlich-rechtlichen Feuerwehren Runkel und Schadeck schlossen sich zum 15. September 2012 zusammen. Die Feuerwehrvereine existieren weiter in ihrer bisherigen Form.
PersĂśnlichkeiten
⢠Oscar Achenbach (1868â1935), Porträt- und Landschaftsmaler sowie Grafiker; lebte und arbeitete nach dem Ersten Weltkrieg in Runkel
⢠Rudolf Amend (1891â1968), Mitglied der Verfassungberatenden Landesversammlung GroĂ-Hessen und BĂźrgermeister von Runkel 1945â1948 (CDU)
⢠Rudolf Bierbrauer (1884â1937), Ingenieur und Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau
⢠Heinz Decker (1928â2014), Nematologe und Hochschullehrer
⢠Carl Hemming (1867ââ1933), Dekorationsmaler und Politiker (DVP)
⢠Bernd HĂślzenbein (1946â2024), FuĂballspielercite-ref-34[34]
⢠Christian Kremp (1843â1920), im Ortsteil Ennerich geborener Instrumentenbauer
⢠Johannes Lang (* um 1620), Schneider und Gegner der Hexenverfolgung
Literatur
⢠Magistrat der Stadt Runkel (Hrsg.): Runkel 1159â2009. Wie es war â Wie es ist. Runkel 2005.
⢠Literatur ßber Runkel nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie
Weblinks
⢠Webpräsenz der Stadt Runkel
⢠360-Grad-Panorama der Stadt und Burg Runkel mit Lahnbrßcke
⢠Runkel, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon fßr Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
⢠Informationen zu der Stadt Runkel. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH, 2016; abgerufen am 18. Februar 2018.
⢠Linkkatalog zum Thema Runkel bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-he-11. Hessisches Statistisches Landesamt: BevĂślkerung in Hessen am 31.12.2024 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
cite-note-df-22. Zahlen, Daten, Fakten, Wissenswertes. Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Runkel, abgerufen am 24. August 2022.
cite-note-33. â Franz-Josef Sehr: Brandschutz im Heimatgebiet vor 300 Jahren. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch fĂźr den Kreis Limburg-Weilburg 2022. Limburg 2021, ISBN 3-927006-59-9, S. 223â228.
cite-note-44. â Franz-Josef Sehr: 250 Jahre Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich. In: Jahrbuch fĂźr den Kreis Limburg-Weilburg 2017. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 2016, ISBN 3-927006-54-8, S. 137â141.
cite-note-55. â ZusammenschluĂ der Stadt Runkel und der Gemeinden Ennerich Schadeck und Steeden im Oberlahnkreis zur Stadt âRunkelâ vom 30. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger fĂźr das Land Hessen. 1970 Nr. 50, S. 2339, Punkt 2340 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,8 MB]).
cite-note-66. â Zusammenschluss von Gemeinden zur Stadt Runkel vom 25. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger fĂźr das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 139, Punkt 156 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).
cite-note-77. â Franz-Josef Sehr: Vor 50 Jahren: Entstehung der Gemeinde Beselich. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch fĂźr den Kreis Limburg-Weilburg 2021. Limburg 2020, ISBN 3-927006-58-0, S. 41â48.
cite-note-88. â Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt fĂźr das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 6 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
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cite-note-rompel-2828. â Ellem Rompel: Die BĂźrgermeister von Runkel, in: Magistrat der Stadt Runkel (Hrsg.): Runkel 1159â2009, April 2009, S. 198
cite-note-2929. â FNP, 4. Dezember 2020: Wie vor 50 Jahren die neue Stadt Runkel entstand (Memento vom 1. April 2023 im Internet Archive)
cite-note-3030. â LAGIS, Zeitgeschichte in Hessen: Magistrat der Stadt Runkel stellt sich gegen den Einbau von Sprengkammern in die mehr als 500 Jahre alte LahnbrĂźcke des Ortes, 5. März 1959
cite-note-3131. â Gremien. In: Webauftritt. Stadt Runkel, abgerufen am 19. November 2021.
cite-note-3232. â Minor Planet Center (M.P.C.) 127257 (englisch)
cite-note-3333. â No Sleep After X-Mas Festival 2024 ⢠Präsentation auf metal.de. Abgerufen am 3. Januar 2025.
cite-note-3434. â hr Sondersendung zum Tod von Bernd HĂślzenbein